38 evangelische Kitas erhalten Gütesiegel
02.05.2016 | 05:34 Uhr
Die Jubelrufe waren immens, als die 386 Erzieherinnen und Erzieher der Evangelischen Kindertagesstätten ihr „Evangelisches Gütesiegel Beta“ in den Händen hielten. Drei Jahre harte Arbeit steckte
für die Pädagogen dahinter, nun wurden 38 Bochumer Kitas mit dem Zertifikat ausgezeichnet. Zur Übergabe war auch Staatssekretär Bernd Neuendorf vom NRW-Familienministerium angereist.
Bis zum Qualitätssiegel war es für alle Einrichtungen ein weiter Weg, Stress und Überstunden inbegriffen. Ziel des dreijährigen Prozesses war es unter anderem, für jede Einrichtung ein eigenes
Handbuch zu erstellen. Dazu sollte jede Kita unter Anleitung erarbeiten, nach welchem pädagogischen Leitbild sie arbeitet. „Die eine Einrichtung hat beispielsweise den Fokus auf interkulturelle
Erziehung, eine andere auf Inklusion von Menschen mit Behinderung“, so Michael Both, Geschäftsführer der Kita-Gemeinschaft. In einem weiteren Schritt sollten die selbst gesetzten Ziele umgesetzt
werden. Schlussendlich wurde jede einzelne Tagesstätte einem Audit, also einer Prüfung, unterzogen. Alle 38 Stätten haben die Zertifizierung wunderbar gemeistert, fünf weitere folgen noch in den
nächsten Wochen, da sich hier der Evaluations-Prozess nach hinten gezogen hat. Für den Kirchenkreis Bochum ist die Auszeichnung viel wert: „So können wir dokumentieren, wie professionell wir
arbeiten“, ist Both stolz.
Dabei mussten aber auch alte Denkmuster zurückgelassen werden, weiß Kita-Leiterin Sylvia Hilbig von der Matthäus-Kindertageseinrichtung aus eigener Erfahrung. So
habe früher jede Kita ihre eigene Methode zur Eingewöhnung von Kindern unter drei Jahren gehabt. „Nun gab es neue Vorgaben vom Qualitätszirkel. Die mussten dann erst mal umgesetzt werden“, so
Hilbig. Gewachsen sei man daran aber in jedem Fall.
Wie
wichtig die Einrichtungen für die Bildung sind, darauf machte auch Staatssekretär Neuendorf in seiner Rede nochmal aufmerksam. Bildung sei nicht nur auf die Schule und Hochschule bezogen, sondern
beginne bereits im Kleinkindalter. Auch auf die wachsenden Anforderungen machte er aufmerksam, seien doch in den letzten sechs Jahren die Kita-Plätze in NRW verdoppelt worden. Außerdem stehe man auch
hier vor der Herausforderung der Asyl-Anträge.
Superintendent Dr. Gerald Hagmann nannte in seiner Ansprache einen weiteren möglichen Grund für das überragende Zertifizierungs-Ergebnis: „Die Kitas der Evangelischen Kirche stehen bei den Eltern
ganz oben auf der Wunschliste. Vielleicht auch, weil hier die Liebe Gottes zu spüren ist.“ So oder so, Grund zum Feiern hatten die Erzieherinnen und Erzieher auf jeden Fall. Und das taten sie
auch voller Herzensfreude.
Nathanael Ullman
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